Kategorien

Mal wieder etwas Theorie: In der TCM wird jedes Lebensmittel eingeteilt in

Temperaturverhalten (von kalt, kühl, warm, heiß bis neutral)

Geschmacksrichtung (scharf, süß, neutral, sauer, bitter und salzig)

Wirktendenz (emporhebend, an der Oberfläche wirkend, absenkend und in die Tiefe gehend) und letztlich dem

Funktionskreisbezug (Funktionskreis/Leitbahn Lunge, Milz, Leber, Herz, Niere)

Das ist jetzt erstmal verwirrend, aber wir Ernährungsberater der Traditionellen, Chinesischen Medizin lernen das in einer ca. 200 Stunden Ausbildung und nicht in irgendeinem Wochenendseminar.

Deshalb ist es wichtig, sich eine gründliche Diagnos stellen zu lassen und dann die entsprechenden Lebensmittel ausgewählt zu bekommen.

 

Die allerwichtigste Mahlzeit aus Sicht der TCM…

…. ist das Frühstück.

Ja, werden jetzt viele sagen…. keine Zeit dafür…. noch kein Hunger am Morgen…. Ausreden gibt es viele.

Dabei ist das Frühstück wirklich die allerwichtigste Mahlzeit des Tages. Es bringt uns Energie für einen guten Start in den Tag. Ansonsten muss der Körper  an unsere (Energie)Reserven gehen. Leider nicht an die (Gewichts)Reserven, wie es manche hoffen.

Der Plan wäre ein gehaltvolles, energiereiches Frühstück. Ein sattmachendes Mittagessen, evtl. eine kleine Zwischenmahlzeit bis zum leichten Abendessen. Dann kann der Körper gut Nachts zur Ruhe kommen, muss sich nicht mit einem vollen Bauch abmühen und man ist am nächsten Morgen hungrig und kann gut starten.

Ideal ist natürlich ein warmes Frühstück. Ein Haferporridge, eine Hirsemahlzeit, ein Schälchen mit Buchweizen,ein Couscous, mit ein wenig gedünsteten Obst oder Kompott, eine warme Reissuppe mit Gemüse. Es gibt hier keine Limits, es darf süß (durch Datteln, Rosinen, Feigen…) sein, oder auch salzig durch Gemüse, Sojasauce etc. Auch 1-2x ein Eierfrühstück macht satt bis Mittags und füllt sofort unsere Energiespeicher für die anstehenden Aufgaben des Tages.

Als Getränk nimmt man Kaffee oder Tee je nach Belieben. Im Sommer kühlt uns ein grüner Tee, im Winter darf es gern auch ein schwarzer sein, der uns wärmt, oder ein wenig Zimt, Sternanis, Nelken im Getreide. (Vorsicht bei Bluthochdruck!)

Vorsichtig sein bitte mit Joghurt, Quark, Milch. Das sind sehr kühle und auch befeuchtende Nahrungsmittel, die die meisten von uns nicht so gut vertragen und längerfristig zu Verdauungsproblemen beitragen können. Wenn wir darauf nicht verzichten wollen, dann bitte löffel- und nicht becherweise genießen.

Bei Interesse kann ich gerne Rezepte zur Verfügung stellen, aber die Vielfalt ist einfach grenzenlos. Man kann ein Getreide kochen (mit Wasser, eine Prise Salz, ein Spritzer Zitrone) und das dann im Kühlschrank mind. 4 Tage aufbewahren. So hat man schon eine Komponente bereit, die man in einer Pfanne kurz erwärmt und der Rest ist schnell noch hinzugefügt, z.B. mit am Abend schon eingeweichten Feigen, Rosinen, Nüssen. Die Fertigstellung geht genausoschnell wie ein Marmeladenbrot schmieren. Und der Vorteil für unsere Verdauung ist riesengroß.

Porridge ist wieder in Mode gekommen. Im Handel gibt es viele fertige Produkte. Vorsicht hier ist ggf. auch Zucker im Spiel.

 

 

Was sollte man im Winter unbedingt vermeiden II

Da habe ich im letzten Beitrag noch was ganz wichtiges vergessen. Klar ist ja, dass wir überwiegend, und in der kalten Jahreszeit immer, warme oder gekochte und zimmerwarme Mahlzeiten zu uns nehmen sollen.

Das gilt natürlich auch auch beim Thema Salate. Wir leben in einer Zeit, wo rund ums Jahr ALLES verfügbar ist. Also essen die meisten das auch, was im Supermarkt so liegt. Ganz gleich woher es auch immer kommt.

Ganz besonders möchte ich da den Focus auf Gurken und Tomaten legen. Diese beiden Gemüse sind stark kühlend. Deshalb sollten sie im Winter im Rohzustand tabu sein. Gerade für Menschen, die leicht frieren: Bitte keine rohen Tomaten und Gurken im Winter und auch nicht im Frühjahr essen. Sie kühlen uns viel zu stark aus.

Tomaten, die wir als Sauce zubereiten und kochen, sind tendentiell etwas wärmer.

Besser ist es hier auf gekochte Salate zurück zu greifen: Rote Beete, Sellerie, Kartoffel. Oder über einen Endiviensalat das Dressing erwärmen und dann über den Salat geben, wenn man es gar nicht ohne aushalten kann.  Keine Angst, wir überleben gut ohne rohe Salate und Zitrusfrüchte, wenn wir genügend Gemüse und wertvolle, komplexe Getreide zu uns nehmen. Nur Mut und los geht es mit ausprobieren !

Was sollte man im Winter unbedingt vermeiden

Im letzten Blog habe ich Lebensmittel beschrieben, die im Winter günstig sind. Hier sind einige Produkte, die im Winter nicht günstig sind:

alle Fruchtsäfte, Smoothies (dazu werde ich nochmal ein einiges Thema machen), Südfrüchte, Joghurts, Quark, Milch.

Ja, richtig. Südfrüchte sind nicht besonders günstig, besonders wenn es sich um größere Mengen handelt.  Warum? Südfrüchte kühlen den Körper und befeuchten den Körper (dazu auch an anderer Stelle mehr). Wollen wir mehr Kühlung im Winter? Nein. Vor allem das große Glas Orangensaft im Winter ist keine gute Idee. Lieber einen wärmenden Kräutertee, oder auch Kaffee (der ist sogar thermisch heiß).

Auch die typischen abendlichen Brotmahlzeiten – evtl. mit Wurst oder Käse –  kann ich nicht raten. Besser hier eine dicke Gemüsesuppe, Currys, Eintöpfe. Die wärmen gut und entlasten die Verdauung.

Wenn man die Brotmahlzeiten wegläßt wird man auch bald merken, dass der Bauch flacher wird. Das liegt daran, dass Brot auch sehr befeuchtend für den Körper wirkt.

 

Ernährung für den Winter

Für heute habe ich Praxis versprochen:

Im Winter gilt es die aktiven als auch der stofflichen Kräfte zu konservieren. In dieser Phase der Sammlung sollte man ausreichend Ruhe finden, genügend schlafen und wärmende, energiereiche Nahrung zu sich zu nehmen.

Da im Winter die Gefahr besteht, dass eine Kälte-Belastung die dynamischen Kräfte blockiert und hemmt, empfehlen sich in dieser Zeit wärmende, stützende und dynamisierende Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Zur Ernährung der „Mitte“ insbesondere zur Stützung des Yang (aktive Kraft) der Mitte sowie zur Kräftigung und Stabilisierung  eignen sich besonders:

Kolbenhirse (Rispenhirse)           Kastanie

Kohlsorten                                          Hühnerfleisch und Hühnersuppen

Weintrauben                                     Lamm- Schaf- und Ziegenfleisch

Walnuss                                               Hirschfleisch

Fenchel                                                Garnelen

Gewürze zur Erwärmung bei Kälteprozessen: Gewürznelken Sternanis, Zimt, Kardamom, Ingwer

Im Winter kann man in mäßiger Dosierung zur Wärmung und Dynamisierung auch auf Alkohol zurückgreifen.

Zur Stützung  des Yin ( stofflicher Anteil) eigenen sich hierzu besonders:

Schwarze Sojabohnen                 Tintenfisch                                          Butter

Sesam                                                   Karpfen                                                Sahne

Maulbeerfrüchte                             Barsch                                                   Käse

Weintrauben/Rosinen                  Muscheln/Austern                          Sesamöl

Entenfleisch                                       Maroni

Schweinefleisch                               Schaf-/Ziegenmilch

Deftige Suppen, Eintöpfe, Currys, Aufläufe aus o.g. Lebensmitteln sind gewünscht. Essen Sie so oft wie möglich warm , damit dem Körper genügend Reserven zur Abwehr von Kälte, Viren und Bakterien bleiben.

 

Wie ernähren wir uns richtig (nach TCM)

Es gibt ein paar ganz einfache Regeln, die uns auch unsere Großmütter schon geraten, oder einfach praktiziert haben. Nämlich aus dem Grund, weil es ihnen der gesunde Menschenverstand gesagt hat, oder es  damals noch kein „Superfood“ gab oder sie nicht durch pausenlose Dauerwerbeberieselung beeiflußt waren.

  1. Überwiegend warme, gekochte Gerichte und Getränke (vor allem im Herbst/Winter/Frühling. Hier steht das warme Frühstück über allem. 3 warme Gerichte sind besser als 2, 2 warme Gerichte sind besser als eines usw.
  2. Unbedint mit frischen, wertvollen Zutaten kochen
  3. Fertigprodukte und Tiefkühlkost (hier nur Selbstgekochtes) meiden
  4. Milchprodukte, Weißmehlprodukte, industrielle verarbeitet Mehrprodukte (Nudeln, Brot, Pizza) und Zucker möglichst selten auf den Speiseplan setzen.
  5. Auf eine gute Verdauung achten (welche Speisen schaffen Probleme?)
  6. Möglichst auf eine regelmäßige Nahrungsaufnahme achten (dies schafft auch eine regelmäßige Verdauung)
  7. Nicht zu spät essen (Schlaf – Verdauung)
  8. Essen in ruhiger, schöner Athmosphäre, langsam, gut kauen (30x) ohne Ablenkung durch Mobilgeräte und Zeitungen
  9. Unbedingt mit viel Genuss essen (was schmeckt mir? Esse ich manches nur weil es angeblich „gesund“ ist) Auch gelegentliche „Sünden“ mit viel Bewußt-sein und Achtsamkeit genießen.

In diesen 9 Punken steckt eigentlich alles drin. Essen Sie regional, saisonal, bunt! Dann werden Sie keinen Mangel erleiden und gesund bleiben.

Beim nächsten Mal wird es praktisch! Was ist besonders gut für den Winter.

 

Grundprinzipien der Chinesischen Diätetik

Ohne Wissen um eine richtige Ernährung ist es kaum möglich, sich einer guten Gesundheit zu erfreuen. (Sun Simiao 618-707 n.Chr.)

Ca. 80% der Gesundheit hängt ab von gesunder Lebensführung (Bewegung, emotionale Stabilität, gesunde Sexualität, vernünftige Ernährung). Erst wenn man damit nicht weiterkommt greifen bei 10% Kräutermedizin und 10% Akupunktur.

Wir haben es also selbst in der Hand, wie wir uns gesund erhalten. Ganz viel können wir selber tun. Bei Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Schlafstörungen, Hautprobleme, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infekt-anfälligkeit, Wechseljahres- und Gewichtsprobleme kann man mittelfristig eine große Verbesserung herbeiführen.

Diätetik nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Diätetik (Ernährung) ist eine der 5 Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin neben Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Qigong und Tuina (auch Shiatsu).

Ich werde in diesem Blog die Grundlagen der Diätetik erklären und zeigen, wie einfach und wirkungsvoll diese Ernährungsweise für alle Menschen ist. Gleichzeitig finden Sie auf meiner Facebookseite immer wieder (unbearbeitete) Fotos von meinen selbstgekochten Mahlzeiten. Diese halten sich überwiegend im „neutralen“ Bereich auf, d.h. sie können von jedem gegessen werden, ganz gleich wie eine Diagnose nach der TCM lauten würde. Abweichungen davon würde ich kennzeichnen.

Bei Interesse sende ich gerne Rezepte. Kontakt bitte über info@ernaehrungsberatung-dachau.de.

Auch Fragen zur TCM erkäre ich gerne, können aber eine individuelle Ernährungsberatung nicht ersetzen.

Viel Spaß!